1998

Hasbro kauft Atari

Atari wechselt den Besitzer. Von dem einst marktbeherrschenden Videospielgiganten und erfolgreichen Computerhersteller sind praktisch nur noch ein Haufen Patente und technische Unterlagen übrig. Dieser Situation angemessen mußte Hasbro auch nur 5 Mio. Dollar bezahlen und versorgt nun PC-Besitzer mit Neuauflagen von Atari-Klassikern. Nur verkaufen sich neuaufgewärmte Klassiker nicht mehr so gut, wie noch vor einem Jahr...

Kartellprozeß gegen Microsoft

Einer der größten Kartellprozeße wird in den USA eröffnet. Auf der Anklagebank: Microsoft. Kläger: die US-Justizbehörde um Janet Reno und 20 US-Staaten. Es geht hauptsächlich um das Produkt-Bundling, mit dem Microsoft seine Produkte gegen Konkurrenten durchdrücken kann. Dank der Windows-Monopolstellung (auf 9 von 10 Computern läuft eine Windows-Version) hat kaum ein Konkurrent eine reele Chance gegen Microsoft. Die Liste der Zeugen liest sich wie ein Who's Who der Computerwelt: Sun, Intel, Oracle, Netscape, IBM...

Davon ungeachtet wird eine Firma nach der anderen gekauft, am spektakulärsten war wohl die Beteiligung an Apple.

Milan

Atari ist tot, es lebe der Milan! Die Milan Computer GmbH, selbsternannte Erbin der Firma Atari, stellt den Milan vor, einen Atari-Clone mit 68040 oder 68060 Prozessor. Das Gerät hat jedoch abgesehen vom Betriebssystem nur noch wenig mit dem Atari zu tun und ähnelt mehr einem PC - sogar ein Intel-Chip befindet sich in der Kiste (Intel PCI-Bridge).

Windows 98

Windows98 erscheint - und die Euphorie hält sich in Grenzen. Im wesentlichen ist Win98 ein Win95 mit eingebautem Internet Explorer. Auch die Verkündung, Win98 sei 10 Prozent schneller als sein Vorgänger entpuppt sich als Marketinggag: es wird mehr RAM und ein schnellerer Prozessor benötigt. Mehrere Sicherheitslöcher im Internet Explorer gefährden auch das Betriebssystem.

ZX81 Laptop

Dass der ZX81 lebt, beweist ein kleines deutscher Computerteam, das ZX-Team. Ein moderner ZX81 besitzt ein LCD-Display und ein Diskettenlaufwerk.

C64 Mark 2

Der C64 ist wieder da! Der C64 Mark 2 ist ein PC-kompatibler Tastaturcomputer mit eingebautem Windows 3.1, Netscape Browser und eben einem C64-Emulator. Da der Prozessor etwa die Geschwindigkeit eines 486 erreicht, stellt sich aber die Frage, inwieweit damit ein C64 akkurat emuliert werden kann.

Das Gerät gehört zu den Geräten, die das Internet auf den Fernsehbildschirm bringen sollen - auch mit dem Handy ist dies inzwischen möglich. Beide Lösungen bleiben Randerscheinungen: die Auflösung des TV ist zu gering und Internet-Handys nerven mit einem kleinen Display.

Intel emanzipiert sich von Microsoft

Das Wintel (Windows+Intel) Imperium wackelt. Nicht etwa wegen des NCs oder anderen Computern, sondern wegen einer sich andeutenden Entfremdung von Microsoft und Intel. So würde Intel gerne auch im Software-Markt mitmischen - das will Microsoft wiederum verständlicherweise nicht. Intel geht während das Kartellverfahren läuft auf vorsichtige Distanz: Beteiligungen an dem Betriebssystemhersteller Be und dem Linux-Distributor Red Hat erfolgen. Besonders im Unix-Bereich möchte Intel weiter investieren.

Apple iMac

Apple wagt sich wieder in den gefährlichen Consumer-Markt und stellt den iMac vor. Im inneren steckt die aktuellste Technik mit einem PowerPC G3-Prozessor, der schneller als die Intel-Konkurrenz ist. Die Designer von Apple dachten sich für den iMac eine sehr rundliche, Ei-ähnliche Form aus, wobei das Gehäuse auch transparent ist. Trotz des fehlenden Diskettenlaufwerks wurde das Gerät in den USA den Händlern regelrecht aus den Händen gerissen. Auf Deutschland überträgt sich der Boom nicht, Apple Deutschland begeht zahllose Fehler, die die sonst treuen Apple-Fans zum Verzweifeln bringen. Die Antwort ist ein offener Brief an Steve Jobs im Internet.

Sega Saturn am Ende

Ein Schock für Saturn-Besitzer: Sega erklärt den Saturn offiziell für tot. War die Konsole in Japan erfolgreich, so blieben die Verkaufszahlen in den USA und Europa hinter der PlayStation und dem Nintendo 64 zurück. Viele Spiele-Perlen erschienen erst gar nicht außerhalb Japans und einige Sega-Magazine mußten aufgeben. Der Nachfolger ist eine Coproduktion mit Microsoft und NEC: die Dreamcast. Die Betriebssystembasis (allerdings nur für einige Spiele) ist WindowsCE.

Jahr 2000

Ein zentrales Thema: das Jahr-2000-Problem. Beinahe jede Software hatte Probleme mit dem Jahr 2000, da intern nur die letzten zwei Stellen des Jahres interpretiert werden. Für die Software-Hersteller war das eine prima Gelegenheit, die Anwender dazu zu bewegen, endlich wieder ihre Programme zu updaten.

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