1993

Falcon030

Nach vielen Lieferschwierigkeiten ist der Falcon 030 endlich lieferbar - wenn auch zuerst nicht in den großen Stückzahlen. Von den Spielezeitschriften wird er derweil heftig ignoriert - dieses Schicksal teilte der Falcon mit dem Amiga 1200.

Pentium

Intels Pentium findet in den ersten PCs Verwendung. Was das heißt, dürfte klar sein: Jeder PC-Benutzer war damit aufgefordert, sich einen neuen PC zu kaufen. Dank der Softwarefirmen, allen voran Microsoft, wurde aus dieser Aufforderung schon bald ein Zwang.

PC erobert Spielemarkt

Ein Trend, der sich 1992 schon herauskristalisiert hatte, verstärkt sich: Der PC wurde im Spielebereich zur Nr. 1. Der Amiga hielt speziell bei Simulationen nicht mehr mit der Rechenleistung des PCs stand und die amerikanischen Softwarefirmen entwickelten fast nur noch für den PC. Trotzdem existieren gerade in Europa Entwicklerteams, die zu dieser Zeit dem Amiga stark ausreizten. Im Bereich 2D-Actionspiele war der Amiga dem PC immer noch überlegen und speziell seine starke Stellung in Großbrittanien sicherte den Spielenachschub. Kaum mehr berücksichtigt wird der Atari ST, denn der Falcon ist nach wie vor nicht in großen Stückzahlen lieferbar.

Bei den Anwendern bleibt alles wie gehabt: PCs sind in Firmen schon fast Pflicht und der Atari hat, genau wie der Macintosh, seine eigene Klientel. Der Amiga schafft es trotz inzwischen ausgereifter Anwendungen nicht, außerhalb des Grafik/Video-Bereiches Fuß zu fassen.

3DO

Der Chefs von Electronic Arts und von Matsushita (Panasonic) stellten im Jahr 1993 eine neue Konsolen-Generation vor: das 3DO. Die 32-Bit-Konsole sollte aber eigentlich keine reine Konsole sein, denn mit MIDI-Anschluß und der Vorbereitung auf Video-CD sollte nichts geringeres als ein Standard für Multimedia-Maschinen geschaffen werden. Im Inneren arbeitete ein CD-ROM-Laufwerk, die Konsole kostete zum Verkaufsstart 1000 DM. Dies war zuviel, obwohl sich 300 Firmen bereiterklärten, Software für das 3DO zu entwickeln. Aus dem Plan, das 3DO von vielen verschiedenen Firmen zu produzieren, wurde nichts: Goldstar kam nur noch hinzu. Technisch drohte das System schon zu veralten, denn der Jaguar war bereits angekündigt. Erst sehr spät wurde das 3DO in Deutschland veröffentlicht, die Spielequalität war größtenteils gut, aber die Konsole war mit 700 DM nicht unbedingt ein normales Weihnachtsgeschenk.

Commodore CD32

Commodore wagte den dritten Ausflug in das Konsolengeschäft. Nachdem C64GS und AmigaCDTV floppten, sollte das CD32 den Konzern aus den roten Zahlen befördern. Das CD32 war im Gegensatz zum CDTV weniger ambitioniert und offensichtlicher als Spiele-Konsole gedacht. So wie das CDTV auf dem Amiga 500 basierte, so basiert auch das CD32 auf einem Amiga, dem Amiga 1200. Das CD32 hatte ein Doublespeed-CD-ROM-Laufwerk eingebaut, wurde in der Presse jedoch wegen seiner billigen Verarbeitung bemängelt. Im Gegensatz zum CDTV war das CD32 nicht mehr so einfach zum vollwertigen Amiga erweiterbar, dafür gab es einen Anschluß für einen Datenhandschuh. Dieser ist jedoch nie erschienen. Dafür gab es ein MPEG-Modul, mit dem man Video-CD-Filme betrachten konnte.

Die meisten Spiele wurden vom Amiga rübergezogen und kaum verbessert. Der Einführungspreis betrug 700 DM, der Erfolg war bescheiden.

Acorn A3010

Acorn führte seine Archimedes-Reihe fort: der A3010 war ein Einsteigercomputer. Der Risc-Rechner konnte es von der Geschwindigkeit mit wesentlich teureren Geräten aufnehmen, doch wie seine Vorgänger hatte er auf dem europäischen Festland keinen Erfolg. Der Grund lag wohl hauptsächlich bei Acorn, die sich nicht ausreichend um ein Händlernetz bemühten und so gut wie nie Werbung machten. In Großbrittanien gab es hingegen einige Partnerschaften mit Universitäten und dort war der Acorn auch am populärsten.

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