1988

Handelskrieg zwischen USA und Japan

Der Handelskrieg zwischen den USA und Japan trifft auch die Computerindustrie. Die USA möchten sich einen größeren Marktanteil am Weltmarkt für Speicherchips sichern. Die japanischen Firmen produzieren daraufhin weniger RAM-Bausteine und die Preise schnellen in die Höhe. Jack Tramiel verspricht bis zum Weihnachtsgeschäft die Preise der STs nicht anzuheben, selbst wenn Atari Verluste hinnehmen müßte. Andere Hersteller, wie Commodore, hatten schon vorher Verträge abgeschlossen, in denen feste Preise ausgehandelt waren.

Tetris

(Januar) Einer der absoluten Denkspielklassiker erschien auf dem PC und sämtlichen Heimcomputern: Tetris. Das Spiel mit den fallenden Steinen liefer auf sowjetischen PCs und verbreitete sich im gesamten Ostblock sehr schnell. Dies war nicht weiter verwunderlich, denn in der UdSSR gab es praktisch keinen Urheberrechtschutz und Raubkopien galten bei der finanziellen Lage als Normalität. Eine Kopie von Tetris gelangte über Polen an einen Amerikaner von der Spielefirma Spectrum Holobyte und er erkannte das Potential des Spiels.

Neben den Umsetzungen auf die gängigen Heimcomputer erschienen unzählige inoffizielle Varianten, nachträglich (1996) sogar für das Atari VCS.

Apple klagt

(März) Apple achtete weiter darauf, daß niemand es ohne Erlaubnis wagte, einen Mauszeiger auf den Bildschirm zu zaubern. Die neuesten Opfer waren HP (NewWave) und Microsoft (Windows), deren grafische Benutzeroberflächen dem MacOS zu ähnlich seien, so argumentierte Apple. Der Rechtsstreit zieht sich jahrelang hin, beeindruckt Microsoft aber nicht besonders: Windows wird weiterentwickelt.

NeXT

(Oktober) Premiere für einen außergewöhnlichen Computer: der NeXT wird in San Francisco vorgestellt. Der Rechner basiert auf dem Betriebssystem Unix, präsentiert sich jedoch beim Start mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Das eingebaute MO-Laufwerk faßt 256 MB, eine für damalige Verhältnisse gigantische Menge. Auf der mitgelieferten MO-Disc befanden sich Lexikas, leistungsfähige Anwendungen und eine Hypertext-Version von Shakespeare. Im Inneren arbeitet ein 68030 Prozessor, damals nur in den sogenannten Workstations eingebaut. Der Rechner befindet sich in einem schwarzen Würfel und das ganze System paßte vom Drucker bis zum Monitor zusammen. Selbst beim Logo überließ Steve Jobs nichts dem Zufall: Frog Designs, die auch schon das IBM-Logo gestaltet hatten, bekamen den Auftrag ein einprägsames NeXT-Logo zu entwerfen. Mit dem NeXT wurde auch eine völlig neue Art des Programmierens vorgestellt: NeXTStep. Module wurden zu einem Programm zusammgefügt, das Programmieren wurde dadurch zwar nicht zum Kinderspiel, aber wesentlich erleichtert.

Obwohl der NeXT vorerst nur in den USA verkauft werden sollte, wurde er mit einem intelligenten Netzteil ausgerüstet, daß die unterschiedlichen Spannungen zwischen USA und Europa erkennt. Bill Gates war übrigens weniger angetan vom NeXT und beschimpfte Steve Jobs und seinen Computer regelrecht ("Develop for it? I'll piss on it."). Bis heute hat seine Benutzeroberfläche noch nicht den Stand von NeXTStep erreicht. Auch Scott McNealy verspottet den NeXT-Computer - kein Wunder, ist dies doch ein direkter Konkurrent von Sun.

Schneider EuroPC

Schneider und Amstrad gehen zukünftig getrennte Wege. Schneider veröffentlicht den EuroPC, einen PC verpackt im klassischen Heimcomputer-Design und den Tower-AT, einen der ersten preiswerten ATs. Der EuroPC wurde als einer der ersten PCs mit einem kompletten Startpacket ausgerüstet: Microsoft Works für DOS. Die Erweiterbarkeit des Rechners ist sehr begrenzt, die Festplatte muß extern angeschlossen werden. Der Rechner wird dennoch schnell zum Erfolg.

Sinclair PC200

Amstrad reagiert sofort: Unter dem Label Sinclair (Amstrad hatte Sinclair 1986 gekauft) erschien der Sinclair PC200 für 900 DM und die eigene PC-Serie, die serienmäßig mit VGA-Grafik ausgestattet ist. Die PC-Serie lag im Preis über den Konkurrenten Schneider, war jedoch äußerst gut ausgestattet. Der Sinclair PC war der erste und bis heute einzige PC mit TV-Anschluß, doch nach Deutschland schaffte es das Gerät nie.

Z88 in Deutschland

Sir Clive Sinclair kehrt auch hier zurück: Der Z88 erscheint in Deutschland. Ein wirklich tragbarer Computer mit Gummitastatur, die allerdings gegenüber dem ZX Spectrum weiterentwickelt wurde.

Blitter für alle Ataris

Endlich gibt es den Blitter auch für alle Ataris. Ermöglicht wurde dies aber erst durch eine Platine von einem Dritthersteller. Der Blitter ist ein Grafikbeschleuniger, der besonders für Spiele interessant ist. Wirklich genutzt wurde er aber (auf dem Atari) nie, denn seine Verbreitung hielt sich in Grenzen. Ohne direkte Software-Unterstützung war die Beschleunigung nur minimal.

RiscOS

RiscOS löst auf dem Archimedes das alte Betriebssystem Arthur ab. Arthur gab es zwar nur ein Jahr, aber trotzdem erntete dieses kurzlebige OS viel Kritik.

Atari verklagt Nintendo

Atari verklagt Nintendo, die den US-Videospielmarkt als Quasi-Monopolist fest im Griff haben. Viele Spielefirmen sind durch Verträge regelrecht an Nintendo gekettet, haben zu der Zeit aber auch nichts dagegen, denn NES-Spiele verkaufen sich prächtig, in fast jedem dritten US-Haushalt steht ein NES.

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