1987

Commodore erholte sich von dem schlechten letzten Jahr. Der Amiga 1000, der sich schlecht verkaufte, fand zwei Nachfolger: Amiga 500 und Amiga 2000. Ersterer stellte nun endgültig einen Strategiewandel da: Der Amiga wurde nicht mehr als Mediencomputer angepriesen, sondern als Heimcomputer für jeden. Der Amiga 2000 besaß Steckplätze und ein PC ähnliches Gehäuse und wurde dann auch wirklich als Mediencomputer von einigen Fernsehstationen eingesetzt. Außerhalb dieser speziellen Zielgruppen führte er jedoch ein Mauerblümchen-Dasein.

Der Amiga 500 war hingegen ein klassischer Heimcomputer. Tastatur und Computer bildeten eine Einheit, technisch entsprach das Gerät größtenteils dem Amiga 1000. Für einen Einführungspreis von 1400 DM war das Gerät zwar nicht viel preiswerter als der Amiga 1000 nach seiner letzten Preissenkung, aber dennoch eine ernsthafte Konkurrenz für den ST.

Beide Geräte wurden auf der CES im Januar präsentiert, nach der CeBIT waren sie auch in Deutschland erhältlich.

Atari PC

Für etwas Unruhe sorgte Atari, als sie den Atari PC vorstellten. Manche vermuteten, daß Atari die ST-Linie aufgeben wolle, denn immerhin war der Atari PC für die Zeit gut ausgestattet: EGA, GEM und eine Maus gehörten zur Grundausstattung. Der PC war aber vermutlich nur ein strategisches Produkt, denn Händler, die Atari PCs verkaufen, stellen dann oft noch einen ST daneben. Die PC-Reihe wurde noch um diverse Modelle erweitert, besondere Bedeutung erlangten sie nie.

Commodore PC1

Commodore reagierte mit dem PC1. Er war nur etwas schneller als der Original IBMPC und besaß keine Steckplätze. Dafür kostete er auch nur 1000 DM.

IBM PS/2

Den von vielen erwarteten "Clone-Killer" präsentierte IBM am 27 April. Die Personal Systems/2-Reihe, überraschte mit - für IBMs Verhältnisse -, günstige Preise (ab 3500 DM und moderner Technik. Der Mikrokanal sollte Erweiterungen noch einfacher machen, jedoch fand er keinen großen Anklang. IBM mußte die bittere Erkenntnis hinnehmen, den PC-Markt nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Die Rolle des Trendsetters übernahmen Firmen wie z.B. Compaq. Später bot IBM freiwilig Lizenzen für den Mikrokanal an, durchsetzen konnte er sich jedoch nicht. Mit dem PS/2 wurde auch ein neuer Grafikstandard vorgestellt: MCGA (Multicolor Graphics Array). Die maximale Auflösung betrug 640*480 bei 2 Farben, bunter ging es in der niedrigen Auflösung zu: 320*200 in 256 Farben. Der Grafikstandard setzt sich jedoch nicht durch.

Atari XE-Game System

(Juni) Atari stellte eine neue Konsole auf Basis seiner XL-Reihe vor: das XE-Game System. Die Konsole wird wohl mit einem der anspruchsvollsten Konsolen-Spiele ausgeliefert, dem Flugsimulator II. Daneben gab es noch eine Lichtpistole sowie eine Tastatur. Das Gerät ließ sich zu einem vollwertigen Computer erweitern und war in der vollen Ausbaustufe Ataris einziger 8-Bit-Computer mit abgesetzter Tastatur. Die Module waren kompatibel mit dem Atari XL, echte Neuerscheinungen waren jedoch eher selten.

Apple Macintosh SE

Apple setzte im März das Macintosh-Modellkarusell in Gang mit dem Macintosh SE und II. Während der SE den klassischen Macintosh beerben sollte, war der II die Profi-Maschine und etablierte sich in Zeitungen und Werbeagenturen.

Acorn Archimedes

Mit dem Acorn Archimedes drängt erstmals eine Technik in den Vordergrund, die bisher nur bei Workstations üblich war: Die RISC-Technologie. Ein RISC-Prozessor kann nur sehr wenige, aber flexible Befehle, die er effizient ausführen kann. Deshalb schlug der Archimedes geschwindigkeitsmäßig alles, was 1987 unter 10000 DM auf dem Markt war. Für 3500 DM konnte man sich einen ┬┤Archi┬┤ nach Hause nehmen. Der Support in Deutschland war aber lange Zeit noch ziemlich schlecht.

Z88

In England veröffentlicht Sir Clive Sinclair seinen neuen Computer: Den Z88. Es ist ein 900 Gramm leichter Laptop mit eingebauter Textverarbeitung, Dateiverwaltung, Tabellenkalkulation, Wecker und Taschenrechner. Versorgt wird er mit handelsüblichen Mignon-Batterien.

Spectrum +3

Der Spectrum +3 erscheint im August und wird das letzte Modell der Spectrum-Reihe. Mit dem ursprünglichen Spectrum hat dieser Computer nicht mehr allzuviel zu tun, es ist eher ein Amstrad CPC mit Spectrum-Kompatibilität. Leider konnte es Amstrad auch hier nicht lassen, das ungewöhnliche 3-Zoll Diskettenformat zu verwenden.

Microsoft OS/2 v1.0

(Dezember) Microsoft liefert OS/2 v1.0 aus. Das Betriebssystem räumt zwar mit den gröbsten Schwächen von MS-DOS auf, benötigt aber eine leistungsfähige Hardware. Microsoft fährt eine Doppelstrategie und entwickelt Windows weiter: Microsoft Windows/386 war eine Windows 2.0-Version, die für 80386-CPUs optimiert war. Zeitgleich erscheint die erste Version von Excel für Windows - während für OS/2 die Software-Unterstützung ausbleibt.

Spectrum-Clones aus der DDR

Während der ZX Spectrum schon auf einem absteigenden Ast war, enstand in der DDR eine kleine Spectrum-Nachbauszene. Der HCX war ein Versuch der TU Magdeburg, den Spectrum mit Standardbauteilen nachzubauen. Die ULA und das ROM mußten ersetzt werden und so war der HCX nicht 100% kompatibel, aber da er ohnehin nie in riesigen Stückzahlen gebaut wurde, fiel das nicht sonderlich auf. Die IFAM Erfurt stellte den Spectral vor, der schon kompatibler war. Beide Rechner waren nur ein Teil einer recht großen Nachbau- und Selbstbau-Szene in der DDR.

Sinclair schritt nicht ein, zum einen weil ein britischer Hersteller wohl keine Chance hätte einen Prozeß in der DDR zu gewinnen und zum anderen fehlte Sinclair wohl auch das Interesse an anderen Märkten außerhalb Westeuropas.

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