1986

(Januar) Apple und NeXT legen einen Rechtsstreit außergerichtlich bei. Damit waren aber noch nicht alle Streitigkeiten beigelegt, denn Apple verklagte so ziemlich alles, was einen Mauszeiger auch nur wagte zu zeigen. Es kommt also nicht von ungefähr, das Apple häufig als Antwaltskanzlei mit angehängter Computerabteilung bezeichnet wurde.

Microsoft zieht um

Im Februar packten Bill Gates und seine Mitarbeiter die Koffer und zogen von Bellevue nach Redmond in Washington. Letztere Kleinstadt sollte schon fast so etwas wie ein Synonym für Microsoft werden. In den neuen Quartieren wird auch gleich der Börsengang vollzogen, eine Aktie konnte für 21 US-Dollar erworben werden. Gleich am ersten Tag zog der Kurs stark, Bill Gates war in kurzer Zeit Aktien-Milliardär.

Apple IIGS

Apple hatte die Apple II-Besitzer nicht vergessen, bzw. war erstaunt über das anhaltend große Interesse an dem Gerät. Der Marktanteil betrug stellenweise 40% des Heimcomputermarktes und somit war der Apple II der einzige ernstzunehmende Konkurenz für den C64 in den USA. Das neue Modell war der Apple IIGS und brachte soviele Neuerungen wie kein anderes Apple II-Model. Ein abwärtskompatibler 16-Bit Prozessor, ein 3.5"-Format, 16 Kanal Stereo-Sound und 3200 Farben gleichzeitig auf dem Bildschirm. Das Gehäuse-Design war an den Apple Macintosh angelehnt und auch eine Maus gehörte dazu. Das Gerät wurde zum Erfolg und ließ die Apple II-Reihe bis in die 90er Jahre weiterbestehen. Erstaunlicherweise erschienen Macintosh-Modelle, die dem Apple IIGS technisch überlegen waren, erst in den 90er Jahren!

NeXT wird designt

(September) Steve Jobs ist beim Design seines neuen Computer, dem NeXT. Der Computer soll in jeder Hinsicht revolutionär werden und dies fängt schon beim Masenspeicher an: ein MO-Laufwerk (magneto-optisch), das zwar in etwa soviel wie eine CD-ROM faßt, aber beliebig gelöscht und bespielt werden kann.

Commodore in der Krise

Für Commodore war 1986 das bis dahin schlechteste Jahr in der Firmengeschichte. Die Investitionen hatten zu keinen nennenswerten Erfolgen geführt (bis auf den Amiga) und der Umsatz sank. Damals betrugen die Verluste rund 40 Millionen Dollar und man befürchtete den Konkurs Commodores. Im Gegensatz zu Commodore stand Atari finanziell besser da, so daß Übernahmegerüchte auftauchten. Selbst bei einem Konkurs wäre das aber nicht sehr wahrscheinlich gewesen, denn dann hätte sich Atari sowohl bei den 8-Bittern (C64 und Atari XL) als auch bei den 16-Bittern (Amiga und ST) selbst Konkurrenz gemacht. Aber es kam nicht zum Konkurs: Commodore engagierte Thomas Rattigan, einen Manager von Coca-Cola, und entkam dem Bankrott.

Sir Clive Sinclair verläßt Sinclair

Eine andere Firma hatte nicht soviel Glück: Sinclair wurde von Amstrad übernommen. Der Firmenchef Sir Clive Sinclair verließ die Firma und stellte den Z88 vor, der aber nichts mehr mit seinen alten Computern gemeinsam hatte. Amstrad steckte den Spectrum in ein CPC-ähnliches Gehäuse und veröffentlichte noch den Spectrum +2B und +3.

Schneider PC

Mit dem Schneider/Amstrad PC1512 wurde der PC auch für Heimanwender erschwinglich. Er kostete weniger als 2000 DM, wurde mit GEM, einer Maus und einem Monitor ausgeliefert und war einer der schnellsten PCs damals (8086 Prozessor).

Joyce Plus

Und da war noch der Joyce, der sich für ein eigentlich als Textverarbeitungscomputer tituliertes Gerät hervorragend verkaufte. In diesem Jahr wurde der Joyce Plus vorgestellt.

Der goldene C64

Im Dezember wurde der einmillionste C64 in Deutschland verkauft. Zur Feier für Deutschlands meistverkauften Computer, wurde der goldene C64 veröffentlicht. Es war eine limitierte Auflage (160 Stück) des C64, mit Seriennummer, Zertifikat und einem goldfarbenen Gehäuse.

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