1981

Sinclair ZX81

Im März 1981 erschien der Nachfolger des Sinclair ZX80, der für viele der Einsteigercomputer wurde: der ZX81. äusserlich in Schwarz gehalten, unterschied er sich sonst nur durch sein nun 8 KByte großes ROM (ZX80: 4 KByte). Dieses ROM enthielt ein verbessertes Basic. Das Innere galt als sensationell, denn nur vier Chips sorgten für den Betrieb des ZX81 (CPU, RAM, ROM, Logik). Letzteres ermöglichte einen konkurrenzlos günstigen Einführungspreis von 700 DM. Im März 1981 erschien der ZX81 in Grossbrittanien als Fertiggerät und Bausatz und fand reichlich Verkäufer. Kleine Softwarefirmen, die oft nur aus einem Programmierer bestanden, brachten von der Tabellenkalkulation bis zum Action-Spiel eine ganze Palette von Programmen auf Kassette heraus. Kurioserweise sprach Sir Clive Sinclair sogar davon, man könnte mit dem ZX81 sogar ein Atomkraftwerk leiten - glücklicherweise hat das niemand ausprobiert.

Als Zubehör erschien zeitgleich das 16K RAM-Pack und ein spezieller Drucker. Letzterer druckte auf Metallpapier und war durchaus ein beeindruckendes Ereignis, denn wenn der Drucker mit voller Wucht die Buchstaben auf das Papier hämmerte, sprühten ab und zu die Funken. Immerhin war der Drucker Grafikfähig und wer sich nicht mit dem eigenwilligen Gerät anfreunden konnte oder die Nerven von Familie und Nachbarn schonen wollte, gab es Adapter für Standard-Drucker - viel leiser waren die jedoch auch nicht.

Der ZX81 verkaufte sich nicht nur über 700000-mal auf der Welt, sondern hat bis heute eine feste Anhängerschaft. Im Juni sollen sogar 18000-22000 ZX81-Computer verkauft worden sein - mehr als Commodore, Apple und Tandy zusammen (Planet Sinclair).

IBM PC

IBM sah den Treiben auf dem Heimcomputer-Markt lange tatenlos zu. Bis dahin eher für Großcomputer bekannt, die teilweise ganze Räume ausfüllten, wagten sie mit dem IBM-PC den Einstieg in den PC-Markt. Der Auftrag, das Betriebssystem für den IBM-PC zu stellen, fiel eher zufällig an die Firma Microsoft. Auch der Prozessor war keine Eigenentwicklung: Der schon damals bekannte Chip-Hersteller Intel steuerte den 8088 bei, eine 8-Bit Sparversion des 8086. Nur wenige Teile entwickelte IBM selber, wahrscheinlich weil sie möglichst schnell auf den Markt wollten, z.B. das BIOS oder das Basic. Ein bis maximal zwei 5.25"-Laufwerke besaß das Gerät und konnte auf dem Bildschirm 80 Zeichen pro Zeile darstellen. Bloß Festplatten - die damals selbst in Grössen von 5 MByte unerschwinglich teuer waren - liessen sich noch nicht betreiben, da MS-DOS diese Massenspeicher nicht verwalten konnte. Aus diesem Zeitalter stammen übrigens noch viele Altlasten, die Windows95 immer noch mit sich herumträgt (und wohl auch zukünftig tun wird). Dank der damals schon guten Stellung IBMs in den Büros konnten sich die PCs schnell zum Industrie-Standard entwickeln. Jedoch hatte IBM einen Fehler gemacht: Die PC-Technologie war nicht patentiert. Das einzige Hindernis für die dann erschienenen Clones war das BIOS, doch auch das wurde schnell nachgebaut. Firmen wie Commodore und Compaq brachten ihre Nachbauten auf dem Markt, zu Preisen, die IBM das Leben schwer machten und Intel & Microsofts Kassen klingeln ließen. Die Original IBM-PCs kostete etwa 15000 DM, die Clones konnte man aber bald für 3000 DM oder billiger bekommen. übrigens hatte der IBM-PC nur 64 KByte Speicher - damals durchaus großzügig.

Acorn BBC

Acorn stellte den Acorn BBC vor, einen 8-Bit Heimcomputer mit 32 KB RAM und einem großen Zubehörangebot. Die BBC (British Broadcasting Corporation) war nicht nur Namensgeber, sondern begleitete den Computer mit einer Serie, was schnell für hohe Verkaufszahlen in Großbrittanien sorgte. Für den BBC erschien das Spiel Elite, eines der meistverkauften Computerspiele aller Zeiten.

Commodore VC20

Für Heimanwender erschwinglicher war da der VC-20 von Commodore. Mit 5 KByte ausgestattet, von den 3.5 frei nutzbar waren, verkaufte er sich mit einem Einführungspreis von 1000 Mark sehr gut und ebnete damit schon den Weg für den Erfolg seines Nachfolgers C64. Ungewöhnlich war die Bildschirmdarstellung: 22 Zeilen mit nur je 23 Zeichen waren zuwenig, um den VC20 für Anwendungen interessant zu machen. Spiele gab es hingegen in reichhaltiger Auswahl. An Zubehör erschienen ein Diskettenlaufwerk (5.25") und eine Datasette, die ein angepaßtes Kassettenlaufwerk darstellte.

Sinclairs Kooperation mit Timex

Sinclair war bisher sehr auf den europäischen Markt beschränkt und belieferte die USA nur über den Postversand. Dies lief zwar eine Zeitlang sehr gut, aber da auch noch Fertigungsprobleme auftraten, entschloß man sich zu einer engeren Beziehung mit Timex, die schon vorher einen Großteil der Fertigung für Sinclair erledigten. Das Resultat war ein Vertrag über vier Jahre (1981-1984), der Timex erlaubte, legale Sinclair-Clones zu produzieren.

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